Das, was gerade im Ringgau geschieht, ist eigentlich unerhört. Die Gemeindevertretung reicht eine Klage gegen einen ehemaligen Bürgermeister ein, und nachdem ein neuer Bürgermeister gewählt wurde, lässt dieser, kaum im Amt, Fristen ablaufen, ohne irgendwie aktiv zu werden.
Mit dem Vorgänger im Amt, der die Klage mitgetragen hat, wird nicht gesprochen, mit den Anwälten wird nicht gesprochen und mit den Gemeindevertretern auch nicht. Erst nachdem die Frist bewusst versäumt wurde, meldete der neue Bürgermeister der Gemeindeversammlung den Fristablauf.
Ein Bürgermeister, der gerade mal 13 Stimmen mehr als sein Konkurrent erhalten hat, setzt sich bewusst über vorangegangene Beschlüsse hinweg und man fragt sich warum.
Die Art des Vorgehens, mit niemandem zu reden und zu spät zu informieren, deutet darauf hin, dass er wohl versucht, Fakten zu schaffen, die nicht mehr umkehrbar sind.
Kann es damit zu tun haben, dass der von der Klage bedrohte ehemalige Bürgermeister für die SPD angetreten ist und der neue Bürgermeister auch der SPD angehört?
Dieser Verdacht drängt sich jedenfalls auf, was bedeutet, dass hier wohl Parteiinteressen über die Interessen der Kommune gestellt werden.
Deshalb sollte man bei Kommunalwahlen Parteien wählen, denen nur die Interessen der Kommune am Herzen liegen und nicht die Interessen einer Kreis-, Landes- oder Bundespartei.
